Lofoten Roadtrip: Tipps für den perfekten Urlaub auf den Nordmeerinseln

Die Lofoten Inseln. Diejenigen, die die Lofoten Inseln bereits bereist haben, wissen wie atemberaubend die Inseln im Nordmeer von Norwegen sind. Wer noch nie von ihnen gehört hat, sollte sich (spätestens hier) schleunigst erkundigen und auf den Weg machen ;). Mein Freund und ich haben uns Ende Februar bis Anfang März auf unsere zweite Norwegen-Reise begeben und dabei zehn Tage lang die unberührten Lofoten Inseln mit dem Wohnwagen erkundet.

Ich nehme jetzt einfach mal an, dass auch ihr Lust auf einen abenteuerlichen (Road-)trip abseits von Massentourismus, Einkaufsmeilen und wilden Partynächten habt. Nordnorwegen, vor allem im Winter, bietet nämlich alles andere als das. Hier findet ihr pure Stille und eine Menge unberührter und atemberaubender Naturlandschaft. Ihr wollt die Lofoten Inseln bereisen und seid auf der Suche nach geeigneten Tipps? Ich habe alle Eindrücke festgehalten und konkrete Infos rund um die Themen Route, Planung, Kosten und Wohnwagenmietung für euch zusammengefasst.

Welche Reisezeit ist die beste?

Zunächst einmal müsst ihr euch entscheiden, zu welcher Reisezeit ihr die Lofoten erkunden wollt. Diese Entscheidung scheint oftmals eine einfache zu sein, aber definitiv nicht, wenn es um die Lofoten Inseln geht. Sowohl der Sommer als auch der Winter bietet eine traumhafte Landschaft. Solltet ihr während eures Urlaubs großen Wert aufs Wandern legen, sollte euch klar sein, dass dies bei Schnee, Glätte und Minusgraden (max. bis zu -22 Grad) sicherlich nicht ganz unkompliziert ist. Im Winter ist Hiking definitiv möglich, aber natürlich nicht so simpel wie an Sommer- oder Herbsttagen.

Polarlichter? Mitternachtssonne?

Auch liegt es an euch, ob ihr lieber eine weiße, verschneite Landschaft und frostige Temperaturen erleben wollt, oder doch lieber viel draußen unterwegs sein möchtet und so viel wie möglich vom Tag haben wollt. Für Letzteres eignet sich die Sommerzeit mehr. Im Sommer gibt es deutlich mehr Sonnenstunden und zur Zeit der Mitternachtssonne (ca. 28. Mai – 15. Juli) wird es – wie der Name schon sagt – auch nachts nicht ganz dunkel. Was ihr dann aber verpasst, sind die Polarlichter, die es wiederum nur in der Winterzeit (ca. von Oktober bis März) gibt. Bereist ihr die Lofoten im Januar, Februar oder März, stehen die Chancen besonders gut.

Wie ihr seht, haben wir uns entschieden im Winter zu reisen. Bereits am ersten Abend hatten wir das Glück, die Polarlichter bestaunen zu dürfen. Und auch das Wandern war mit dem richtigen Schuhwerk und guter Kleidung/Ausrüstung (auf eigene Gefahr) durchaus machbar. Welche Zeit nun die beste Reisezeit für euch ist, müsst ihr also ganz individuell und anhand eurer Vorhaben und Interessen entscheiden.

Transfer: Wie reise ich an? Wie bewege ich mich fort?

Die Anreise auf die Lofoten Inseln erweist sich mittlerweile als ziemlich unkompliziert. Die für uns geeignetste und einfachste Option war es, per Flug nach Tromsø anzureisen. (Inzwischen gibt es Direktflüge ab Frankfurt). Tromsø ist die achtgrößte Stadt Norwegens und definitiv einen (kurzen) Zwischenstopp wert. Die Stadt zeichnet sich nämlich als berühmtes Örtchen für die Beobachtung des Nordlichts aus. Je nachdem wann ihr anreist und was euer Fortbewegungsmittel ist, könnt ihr die erste Nacht beispielsweise wie wir, in einer Airbnb-Bleibe verbringen und Tromsø erst einmal unter die Lupe nehmen und euch  wenn nötig  mit Proviant versehen. Für die restliche Reise haben wir uns gezielt für einen Wohnwagen entschieden. Roadtrips machen super viel Spaß und man ist nicht auf Bus/Bahn/Taxi o.Ä. angewiesen – was auf den Lofoten sowieso schwierig ist. Ich kann an einer Hand abzählen, wie viele Bushaltestellen wir auf unserem Weg gesehen haben. Wenn ihr die Route in Tromsø startet, braucht ihr ungefähr 7-8 Stunden (one way) bis zum Start der Lofoten. Man sollte also einen Tag für die Strecke von Tromsø bis zu den Lofoten einplanen (ohne die zusätzlichen (Foto)-Päuschen versteht sich ;)).

Falls ihr gar kein Interesse an Tromsø habt, könnt ihr alternativ auch andere Flughäfen ansteuern. Auf den Lofoten gibt es jeweils einen Flughafen in Leknes und Svolvær. Diese sind jedoch total klein und werden lediglich alle paar Tage angeflogen, weshalb die Flüge auch dementsprechend teuer sind. Und dann gibt es noch zwei weitere Flughäfen: Harstad/Narvik befindet sich ganz im Norden der Lofoten, dort wo das norwegische Festland in die Inselgruppe übergeht. Bodø liegt auf dem norwegischen Festland, südlich der Lofoten. Auch zu diesen beiden Flughäfen gibt es keine Direktflüge. Via Fähre oder Mietwagen geht es von dort aus weiter.

Lofoten Reise: Übernachtungsmöglichkeiten (Wild Camping)

Das Gute an abenteuerlichen Roadtrips in Norwegen ist das sogenannte Jedermannsrecht. Dieses hat uns die Entscheidung leicht gemacht, unsere Norwegen-Reise mit dem Wohnwagen anzugehen. Das Jedermannsrecht ist ein Gesetz, das besagt, dass wir alle die Natur Norwegens bereisen dürfen und auch überall im Freien übernachten und campen können (150 Meter Mindestentfernung von Häusern etc.). Wichtig ist lediglich, dass einige Regeln beachtet werden: So muss der entstehende Müll richtig entsorgt und die Natur mit Sorgfalt behandelt werden. Wir wollen das Gesetz ja schließlich am Leben erhalten und diese Punkte sollten auch überall auf der Welt eine Selbstverständlichkeit sein. Wenn ihr also eure Reise mit einem Wohnwagen plant, braucht ihr euch wenig Sorgen um Übernachtungsplätze zu machen. Die Natur steht euch frei zur Verfügung. Und wenn doch etwas nicht klappen sollte, gibt es ausreichend Campingplätze auf dem Weg. Mehr Infos zum Thema Jedermannsrecht und Wild Camping findet ihr hier.

Wohnwagen-Mietung bei CamperDays | Touring Cars

Nachdem wir also beschlossen haben, unsere Tour mit einem Wohnwagen anzugehen, ging es auf die Suche nach einem geeigneten Camper. Diesen haben wir bereits im Vorfeld über CamperDays gebucht und uns telefonisch beraten lassen, was die Temperaturen, das Wasser im Wohnwagen und alle weiteren zu beachtenden Aspekte angeht. Uns war wichtig, dass wir durch die Wohnwagen-Mietung gänzlich auf jegliche Campingplätze/Hotels o.Ä. verzichten können. Unser Wohnwagen war deshalb für die 10 Tage nicht gerade günstig, aber dafür mit einem gemütlichen Bett, einer geräumigen Küche (mit Geschirr, Besteck, Töpfen etc.), einem kleinen Bad mit Dusche und WC sowie einem kleinen Ess”zimmer” ausgestattet. Das hat uns natürlich Geld und Zeit erspart und uns viel flexibler im Urlaub sein lassen, was die Übernachtungen und die Route angeht.

So eine Wohnwagen-Mietung ist definitiv nicht ganz unkompliziert. Vor allem nicht, wenn es das erste Mal ist und man ziemlich unerfahren im Umgang mit richtigen Wohnmobilen ist. Einige wesentliche Leistungen wie beispielsweise Gasflaschen, sind nicht in der Menge mit inbegriffen, die man für die Anzahl der Urlaubstage benötigt/verbraucht. Da muss man sich darauf einstellen, dass zusätliche Kosten auf einen zukommen. Bei CamperDays hat uns besonders gefallen, dass es es eine unbegrenzte Kilometeranzahl gibt, was bei Weitem nicht selbstverständlich und auch nicht bei allen Verleihen gegeben ist. Bei der Abholung des Campers in Tromsø haben wir eine einstündige Einführung bekommen, bevor es mit dem Wohnwagen in Richtung Lofoten Inseln losging. Leider hatten wir anfänglich Probleme mit dem Wasser im Wagen, was uns einen mächtigen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Achtet deswegen unbedingt darauf, dass ihr bei Abholung eures Wohnwagens fließend Wasser feststellen könnt. Ansonsten verlief alles super unkompliziert und wir haben uns echt wohl gefühlt :). Wenn euch das Ganze zu teuer ist, gibt es die Option, einen Mietwagen von Privatleuten zu mieten. So haben wir es bei unserer ersten Norwegen-Reise gemacht. Lest es euch gern durch.

Verpflegung und Kosten vor Ort

Norwegen ist ein sehr wohlhabendes und gleichzeitig teures Land. Das werdet ihr früher oder später anhand der Preise für beispielsweise Getränke, Zigaretten oder jeglichen anderen Kram in den Supermärkten Norwegens feststellen. Zurzeit (April 2018) entspricht 1€, 9,58 NOK (Norwegische Kronen). Eine Packung Zigaretten kostet bspw. umgerechnet ca. 13-14€. Die günstigste Dose Bier wird mit ca. 3€ Kaufpreis eine teure Investition. Die Lebensmittelpreise sind im Vergleich zu Deutschland also wirklich sehr hoch und ein Restaurantbesuch ist doppelt oder dreifach so teuer.

An manchen Ecken lässt sich trotzdem etwas sparen, wenn man bei günstigeren Discountern wie z.B. bei REMA 1000 einkauft. Im Großen und Ganzen konnten wir REMA 1000 als gängigste und günstigste Discounter-Supermarkt-Kette verzeichnen. Dort findet ihr alles, was ihr für eure Reise braucht und das zu verkraftenden Preisen. Auf eurem Weg zu den Lofoten Inseln werdet ihr REMA 1000 nicht übersehen. Auf dem Land selbst, gibt es dann nur noch lokale Supermärkte und dort wird es teurer.

Natürlich hab ich für euch auch ein paar super gute Restaurant- und Café-Tipps auf den Lofoten, die ich euch im nächsten Beitrag nicht vorenthalten möchte.

Was muss ich mitnehmen?

Zum Schluss habe ich euch noch ein paar Essentials aus unserer Packliste zusammengestellt. Diese Dinge sind meiner Meinung nach sehr wichtig für eine Norwegen-Reise im Winter:

  • Portemonnaie (EC- und Kreditkartenautomaten gibt es überall)
  • Ausweis/Führerschein (Für die Anmietung und zum Fahren des Wohnwagens)

 

  • Ski-Hose (windgeschützt)
  • Wanderschuhe (wasserfest, windgeschützt, rutschfeste Sohle)
  • Winterjacke (mit Kapuze, wasserfest, geeignet für starke Minusgrade, windundurchlässig)
  • Fleecejacke (hält dich warm!)
  • Handschuhe (geeignet für starke Minusgrade, wasserfest)
  • Mütze
  • Hiking-Socken
  • Schal
  • Merino-Pullover und Merino-Unterwäsche (Merinowolle generell, hält super warm!)

 

Ich hoffe, dass eurer Lofoten-Reise nun nichts mehr im Wege steht und ihr gut gewappnet seid. Lasst mir gern einen Kommentar mit eurem Feedback und/oder mit Fragen/Anregungen da.

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20 Comments

  • Reply
    Lena Scholz-Meyer
    10. April 2018 at 13:54

    Ich frage mich wieso ich erst jetzt auf deinen Blog gestoßen bin 🙂 der Beitrag ist sehr schön und informativ. Ich möchte nächstes Jahr auch nach Norwegen und werde mir deinen Blogeintrag als Backup für die Lofoten speichern. Ganz liebe Grüße aus Hamburg! Lena <3

    • Reply
      julichevalier
      10. April 2018 at 15:49

      Vielen Dank! 🙂 Das freut mich zu hören. LG <3

  • Reply
    Everydaysomewhere
    10. April 2018 at 16:22

    Superschöne Eindrücke!!! Ich bekomme Fernweh =)

  • Reply
    Celine
    10. April 2018 at 16:37

    Wow, das klingt wirklich toll!
    Nach Norwegen würde ich auch super gerne nochmal, am liebsten zu Wiehnachten!
    XX Celine
    von http://www.celinesofficial.com

    • Reply
      julichevalier
      10. April 2018 at 16:41

      Dankeschön! Das ist auch eine gute Idee 😉 LG

  • Reply
    Andrea
    10. April 2018 at 17:46

    Wow, das sieht ja traumhaft aus! Was für ein tolles Erlebnis!

  • Reply
    Lisa
    10. April 2018 at 18:48

    Wow! Die Bilder gefallen mir sehr gut und ich kann mir vorstellen das es ein wunderschönes Erlebnis war. Norwegen steht auch auf meiner Liste, zwar nicht an erster Stelle aber dort will ich auf jeden Fall auch mal gewesen sein. Danke für die vielen Eindrücke. 😉

  • Reply
    Lisi
    10. April 2018 at 20:57

    Super toller und sehr interessanter Post. Sehr ausführlich und aufschlussreich 🙂 Da bekommt man direkt Lust auf Norwegen. Deinen Erfahrungen zu folge lohnt sich also ein Trip sehr und man sollte Norwegen unbedingt bereist haben 🙂 super super super 😊💕💕💕

    • Reply
      julichevalier
      10. April 2018 at 21:00

      Danke Danke Danke! Es lohnt sich auf alle Fälle 🙂 <3

  • Reply
    Jessica
    10. April 2018 at 22:12

    Ich liebe es, wenn Leute so begeistert klingen, wie du von den Lofoten. Das ist immer toll. Sehr ausführlicher Bericht, danke dafür. <3
    Viele Grüße, Jessica | http://www.vintageherz.com

    • Reply
      julichevalier
      11. April 2018 at 9:10

      Oh, dankeschön 🙂 Das bin ich wirklich! <3

  • Reply
    pinkstrawberrycigarettes
    11. April 2018 at 8:49

    So, mit dem Bericht voller Tipps hast du dir jetzt ein Lesezeichen bei mir verdient 😉
    Mein Freund und ich überlegen nämlich auch schon länger, Norwegen per Roadtrip zu erkunden. Da kommt dein Post hier echt wie gerufen. Den Content merke ich mir auf jeden Fall! Danke für die atemberaubenden Einblicke!

    • Reply
      julichevalier
      11. April 2018 at 9:11

      Vieeeelen Dank für die lieben Worte, das freut mich sehr zu hören! 🙂 Macht das auf jeden Fall, ihr werdet Norwegen lieben! LG <3

  • Reply
    Yvonne
    11. April 2018 at 11:09

    Wow die Bilder sind ja ein Traum!

  • Reply
    Biene
    11. April 2018 at 12:22

    Für mich muss es im Urlaub ja Sonne und Strand sein. Kann mir aber vorstellen, dass es über Silvester auch sehr romantisch sein kann, in Norwegen zu sein und statt Feuerwerk mal ein Polarlicht zu erhaschen…

    LG Biene
    http://lettersandbeads.de

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